AltenAkademie in der „geistigen Sommerfrische“

Über 30 Seniorinnen und Senioren im Alter zwischen 55 und 85 Jahren leisteten schwere Arbeit in der Landvolkshochschule des Klosters Hardehausen nahe Warburg. 12 Teilnehmer von den „Jahresringen“ in Dresden und 23 Teilnehmer der AltenAkademie in Dortmund tra­fen sich Ende Juni 2012 zum 20. Mal unter Federführung von Eckhard Kohle von der Auslandsgesellschaft NRW zum Hardehausener Dialog.

An fünf Tagen wurden anspruchsvolle Themen  wie  „Wertewandel: Was darf der Mensch?“, „Zukunft der (Post-) Demokratie“, „Glaube und Wissenschaft oder: Sind die Naturwissenschaftler die besseren Theologen?“, „Aspekte der Energiewende - Überblick über den Stand der Diskussion“, „Einsteins größte Eselei“, „(Neo-) Liberalismus und Krise“ mit Vorträgen aus den eigenen Reihen und anschließenden ausführlichen Diskussionen behandelt. Stephan Kreye von der Landvolkshochschule beschrieb „Aktuelle Fragen rund ums Internet“, Moritz Pfeiffer (Wewelsburg) berichtete über seine in Buchform veröffentlichten Nachforschungen zu „Meine Großeltern, die Nazis? – eine exemplarische Familiengeschichte“ und Arno Klönne aus Paderborn hielt ein hochaktuelles Referat über „Sozialpolitik zwischen Sozialstaatsgebot und Finanzkrise“.

Der Hardehausener Dialog wurde 1992 durch Eckhard Kohle von der Auslandsgesellschaft NRW als eine Kooperation des Vereins Dresdner Jahresringe und der AltenAkademie Dort­mund ins Leben gerufen. Hauptinhalt bei den Treffen war anfangs die Offenlegung und Dis­kussion der unterschiedlichen Betrachtungsweisen der älteren Menschen in Ost und West nach der Wende. Das hat sich geändert. In diesem Jahr dominierten ausschließlich Themen zu Gegenwart und Zukunft. Die Wunden der Vergangenheit existieren wohl immer noch, aber sie wurden von den brennenden aktuellen Fragen zur heutigen Situation und zu den Zukunftsperspektiven überdeckt.

Den Abschluss dieser Woche bildete die Themensammlung für die nächste Zusammenkunft im Juli 2013 - es wird wieder spannend werden. 

 

geschrieben für Sie von Jürgen Linnenkohl